Wurzeln finden

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Alle Geheimnisse haben irgendwann angefangen und hoffentlich ein Ende gefunden – oder werden es bald finden. Geburtsgeheimnisse sind nach meiner Meinung die im Leben größten und schwierigsten Geheimnisse, die wir in uns tragen. Dass Sie hier sind lässt mich vermuten, dass Sie Ihr eigenes Geheimnis kennen oder erahnen und nach Lösungen suchen. Vielleicht haben Sie auch schon angefangen und Strategien zur Enthüllung oder Auflösung des Geheimnisses gefunden.

Eine lebenslange Aufgabe

Geburtsgeheimnisse brauchen manchmal Jahrzehnte, bis wir aus ihrem Schatten heraustreten können. Erwarten Sie bitte keine Wunder. Die Erforschung der eigenen Familiengeschichte kann nicht „frei Haus“ geliefert werden. Sie bedeutet sehr viel und lange dauernde eigene Arbeit, besonders eine Arbeit des Herzens.

Das habe auch ich gemerkt und gelernt, als ich 2017 anfing, meine Familiengeschichte zu erforschen und aufzuschreiben. Dieser Weg ist für mich mit Erscheinen meines Buches noch nicht abgeschlossen. Immer wieder entdecke ich Neues, beispielsweise in der systemischen Familienberatung und zugehöriger Arbeit mit Genosoziogrammen. Ganz besonders beeindruckend war für mich, im Sommer 2023 die ehemals westpreußischen Gebiete in Polen (Raum Danzig und Kreis Marienburg) zu besuchen um Familienforschung „vor Ort“ betreiben zu können.

Recherche im Staatsarchiv der Marienburg, Polen (Juni 2023)

Geheimnisse haben viele Namen

Die so genannte Inkognito-Adoption ist eins von mehreren Geburtsgeheimnissen, die im Leben der Betroffenen viele Fragen auslösen und Leid bewirken können. Neben den inkognito adoptierten Menschen gibt es allerdings auch viele andere mit einer ungeklärten Herkunftsgeschichte. Beispielsweise Menschen, die aus dem Ausland adoptiert wurden (teilweise auf dubiosen bis kriminellen Wegen), Spenderkinder, Findelkinder, Kuckuckskinder, Menschen, die in Babyklappen abgegeben wurden oder solche, die im Rahmen einer anonymen Geburt (vor 2014) oder einer vertraulichen Geburt (ab 2014) geboren wurden. Mit den Möglichkeiten der Reproduktionsmedizin und Leihmutterschaft werden insbesondere ethische Fragen, Risiken und Grenzen der Kinderwunschbehandlung bewusst.

Fragen an das Leben

Vielleicht sind Sie, wenn Sie dies lesen, auf dem Weg, Ihre persönliche Herkunftsgeschichte zu erforschen. Vielleicht haben Sie früh – von Ihrer Mutter/Ihren Eltern – von Ihrer Herkunfts-/Lebensgeschichte erfahren. Vielleicht auch erst sehr spät im Leben. Kurz vor Ihrer Hochzeit oder kurz bevor Sie zum ersten Mal Mutter/Vater wurden – oder erst im Nachlass Ihrer Eltern.

Die Fragen „Woher komme ich?“ und „Wer bin ich?“ und „Wer kann/darf ich sein?“ haben mich seit der Offenbarung meines Adoptionsgeheimnisses beschäftigt, da war ich 13 Jahre alt. Nach meiner Herkunftsgeschichte geforscht habe ich erst seit 2017, da war ich schon 52 Jahre alt.

Vielleicht sind Sie jünger, vielleicht auch älter als ich damals und merken erst jetzt, dass offene Herkunftsfragen Sie nicht mehr loslassen. Vielleicht zögern Sie noch: Zweifel an der Richtigkeit dieses Vorhabens, Loyalitätskonflikte mit den (sozialen) Eltern, Angst vor neuen Erkenntnissen und der vollständigen Wahrheit, Zweifel an den Erfolgsaussichten, schlechte Erfahrungen bei früheren Versuchen, beliebige Hindernisse, widersprüchliche Empfehlungen von Freunden und Familienangehörigen usw. usw.. Das alles ist völlig normal und gehört dazu. Nicht alles Wissen kann aus Büchern, Social Media oder Selbsthilfegruppen erschlossen werden. Dazu gehört immer und bestenfalls auch, mit anderen Menschen in einem qualifizierten Austausch und Beratungsprozess zu sein, möglicherweise auch zu schwierigen Terminen begleitet zu werden. Zum beispiel durch Partner*In oder besten Freund / beste Freundin. Möglicherweise durch eine/n Adoptionscoach*In.

Ihr ganz persönlicher Weg

Suchbewegungen laufen häufig wellenförmig: Vor und wieder zurück. Manchmal ruht „die See“ eine Weile, bevor neue Wellen neue Entwicklungen und Erkenntnisse möglich machen. Familienforschung ist deshalb für mich ein lernender Prozess. Mal komme ich schneller voran und mal muss ich längere Umwege gehen oder einfach mal ganz abschalten und anderen Dingen im Leben den Vorrang geben.

Entdecken Sie Wurzelfinder

Vielleicht suchen Sie konkrete Unterstützung bei Ihrer Herkunftsklärung. Vielleicht möchten Sie Ihre Lebensgeschichte bewahren. Vielleicht interessieren Sie sich für Austausch mit anderen, für ein Erzählcafé, für mein Buch oder für Gedanken aus meinem Blog.

Lassen Sie uns sprechen

Vielleicht beginnt ein wichtiger Weg nicht mit einer großen Entscheidung, sondern mit einem ersten Gespräch.

Ob Sie nach Ihren Wurzeln suchen, Ihre Lebensgeschichte besser verstehen, Erinnerungen bewahren oder neue Perspektiven für Ihr Leben entwickeln möchten: Sie sind herzlich willkommen.

Wir schauen gemeinsam darauf, was Sie gerade brauchen, welche Fragen Sie mitbringen und welches Angebot für Sie passend sein könnte.

Wurzeln geben Halt. Flügel eröffnen Wege. Ihre Geschichte verbindet beides.

Schreiben Sie mir gerne an wurzelfinder@posteo.de oder rufen an: (0177) 6850229.

Herzlichst
Ihre Petra Welkers